Franchising ist seriös - was sonst!
Immer wieder gibt es Leute, die mich damit konfrontieren, dass Franchising doch immer noch einen unseriösen Beigeschmack habe. Moment, Franchising ist eine Möglichkeit, eine Geschäftsidee zu multiplizieren. Franchising als Vertriebsform ist seriös, warum sollte es unseriös sein? Kann man eine Vertriebsform überhaupt als etwas Unseriöses an sich bezeichnen? Der Franchise-Nehmer zahlt eine Gebühr dafür, dass er etwas erhält (ein Geschäftskonzept und eine Marke). Was ist daran unseriös?
Vielmehr hilft es der Wirtschaft, dass sich mehr Menschen selbständig machen können und dies auch noch mit Unterstützung von Unternehmern, und nicht vom Staat. Eine Vertriebsform, mit der man ein Konzept weltweit perfekt umsetzen kann. Der Manager eines der erfolgreichsten Franchise-Systeme dieser Welt hat am 29.4.2008 im Rahmen der Generalsversammlung des Österreichischen Franchise-Verbandes erwähnt, dass ihr Geschäfts-Konzept ohne Franchising seiner Ansicht nach nie so erfolgreich geworden wäre.
Man kann Franchising als Vertriebsform also nicht als Buhmann dafür heranziehen, dass manch ein Franchise-Geber als Person nicht seriös arbeitet. Hinter jedem System stehen immer noch die Leute, die es führen, egal ob als Franchise-Geber oder Franchise-Nehmer.
Doch auch hier gibt es verschiedene Sichtweisen. Für einen Franchise-Nehmer erscheint die Vorgangsweise seines Franchise-Gebers schwer nachvollziehbar. Er meint, der Franchise-Geber will nur profitieren und den Franchise-Nehmer in Wirklichkeit nicht unterstützen. Doch für den Franchise-Geber scheint es auch oft so: er bietet alles an, und der Franchise-Nehmer will es nicht annehmen oder setzt es nicht entsprechend um. Ist dies ein einheitlicher Systemauftritt, zu dem man sich zu Beginn der Franchise-Partnerschaft (vertraglich) entschieden hat?
Ich rate allen Franchise-Nehmern: Neue Franchise-Nehmer sind anders zu betreuen wie langjährig bestehende Franchise-Nehmer. Vernachlässigt jedoch einer der beiden den Kontakt oder werden Probleme nicht gelöst, wird ein Haarriss schnell zum großen Spalt. Das hat bitte nichts mit Seriösität zu tun, sondern mit Konfliktfähigkeit und Kommunikation.
Darüber hinaus kann immer noch der Österreichische Franchise-Verband als Leitlinie betrachtet werden, schließlich werden auch manche Franchise-Systeme nicht in den Verband aufgenommen oder sogar ausgeschlossen, die nicht den anspruchsvollen Franchise-Voraussetzungen genügen.
Aber bitte, seriöses oder unseriöses (Geschäfts)gebaren, ethisches oder unethisches Verhalten, gibt es auf jeder Ebene des (wirtschaftlichen) Zusammenarbeitens. Wenn wir da anfangen, gibt es keinen Bereich auf dieser Welt, der nicht davon betroffen ist. Schlagen wir doch einfach nur die Zeitung auf. Auch ich muss mich damit konfrontieren, dass in meinem Berufszweig nach manch einer Ansicht „nicht seriös“ gearbeitet wird. Doch hätte ich jetzt nicht den Anwaltsberuf anstreben sollen, nur weil der Ruf der Anwälte etwas leidet, auch wenn ich meine Kenntnisse und Fähigkeiten auf diesem Wege am Besten einsetzen kann?
Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Also vergrämen wir uns nicht das Franchising mit manchem Schatten, den das Licht zwangsläufig wirft.
Diesmal einen schönen Tag im Sinne des ethischen Umgangs wünsche ich Ihnen
Ihre
Amelie S. Pohl