Was ist „der ideale Franchise-Nehmer“?
Mein letzter Beitrag, der sich unter anderem auf die Zurückhaltung von Existenzgründern in Österreich bezog, hat dazu geführt, dass ich umfassenden Input eines erfolgreichen international agierenden Franchise-Gebers erhalten habe, was denn einen idealen Franchise-Nehmer seiner Ansicht nach ausmacht.
Diesem Franchise-System ist es egal, welche wirtschaftliche Situation vorherrscht. Der Franchise-Geber muss unter anderem auch den Franchise-Nehmer richtig adressieren. Insofern wird nicht dem derzeit noch Unselbständigen die Verantwortung für den Weg in die Selbständigkeit als Franchise-Nehmer gegeben, sondern dem Franchise-Geber.
Und zwar unabhängig davon, ob der potentielle Franchise-Nehmer einen gesicherten Arbeitsplatz hat und dadurch sozial besser abgesichert ist. Wenn der Franchise-Geber sein Konzept in jeder Hinsicht nachvollziehbar und verständlich für den Franchise-Nehmer platziert, wird der potentielle Interessent allein dadurch einen Anreiz verspüren, seine Arbeitskraft zukünftig doch besser in sich selbst zu investieren und es nicht mehr anderen zu überlassen, damit Profit zu machen.
Wie sieht nun der ideale Franchise-Nehmer aus? Ein gut organisiertes Franchise-System hat meist ein spezielles Anforderungsprofil, wonach Franchise-Nehmer ausgewählt werden. Doch Anforderungsprofile schränken wiederum ein. Somit ist es besser, sich auf die wesentlichsten und die wenigsten Parameter einschließlich Ausschlusskriterien zu beschränken.
Der Franchise-Nehmer, der die soziale Sicherheit durch den Franchise-Geber kompensieren will, ist auch nicht der geeignete Kandidat. Auch nicht jener, der selbst nicht mehr an sich glaubt, und jetzt dem Franchise-System indirekt die Verantwortung geben will - vor allem, wenn die ersten Hürden zu nehmen sind. Das gleiche gilt für Unternehmer. Unternehmer, die nicht erfolgreich sind, sollten nicht versuchen, sich mit dem Aufbau eines Franchise-Systems zu sanieren.
Was für Franchise-Geber immer noch einen hohen Stellenwert hat, ist der Faktor Mensch und seine Persönlichkeit. Wie ist die Lebenseinstellung des Bewerbers. Dies kann man auch mit einem Fragebogen herausfinden.
Ein guter potentieller Franchise-Nehmer ist jener, der das System und die wirtschaftlichen Grundlagen, die damit zusammenhängen, erkannt hat und darauf reagiert. Das gescheute Risiko wird gerade beim Franchising vermindert, weil es erprobt ist und letztlich nur noch durch den Franchise-Nehmer belebt werden braucht.
Der ideale Franchise-Nehmer-Bewerber ist demnach jemand, mit einer positiven Grundeinstellung zum Leben, der mehr bewegen will, als es ihm in seiner jetzigen Situation möglich ist und der nicht nach Auswegen aus einer Situation sucht, sondern nach Lösungen für seine Zukunft.
Nach einem persischen Lyriker und Mystiker:
Du bist deine eigene Grenze, erhebe Dich darüber.
Ich bedanke mich noch recht herzlich für den umfassenden Input und wünsche allen Lesern einen erfolgreichen Tag
Ihre
Amelie S. Pohl